Lebhafte Diskussion mit Fraktionschef

20.05.2019

Das ist Demokratie: Bürger formulieren ein Anliegen, die Presse bringt es an die Öffentlichkeit, die Politik wird darauf aufmerksam und sucht den Dialog. In seinen einführenden Worten lobte der stellvertretende Schulleiter Thomas Gampl die Schülerinnen, die genau diesen Prozess in Gang gebracht hatten: Das Nachhaltigkeitsteam hatte ein Manifest zum Klimaschutz erarbeitet, der Tölzer Kurier berichtete darüber, Florian Streibl wurde neugierig und bot an, zu einer Diskussion mit den Schülerinnen nach Hohenburg zu kommen.

Am 17. Mai war es so weit: Interessierte Schülerinnen aller Jahrgangsstufen versammelten sich in der Aula, um ihre Fragen und Anliegen dem Landtagsabgeordneten und Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler vorzutragen.

 

Warum gibt es Einschränkungen für Dieselautos, aber nicht für Kreuzfahrtschiffe?
Warum reisen Erdbeeren, Spargel und Kartoffeln manchmal um die halbe Welt?
Warum dürfen die Oberstufenschülerinnen nicht mehr kostenlos mit dem Schulbus fahren?

 

Vom Verkehr erstreckte sich das Themenspektrum über Regenwaldabholzung, Palmöl, CO2-Abgabe, Lobbyismus, Fairen Handel, Plastik, Aluminium bis zu Müllexporten nach Malaysia. Zwei Schulstunden reichten nicht aus, um alle Wortmeldungen zu berücksichtigen, so dass der Abgeordnete vorschlug, die Themen bei einem weiteren Treffen – sei es in Hohenburg oder im Bayerischen Landtag – zu vertiefen.

 

In seinen Antworten wurde die Komplexität vieler Themen deutlich. Freihandelsabkommen, europäische Abstimmungsverfahren, der Erhalt von Arbeitsplätzen, fehlender Konsens unter den Parteien, das Spannungsfeld zwischen Freiwilligkeit, sinnvollen Vorschriften und Überregulierung machen vermeintlich „einfache“ Lösungen schwierig.

 

Doch es gibt auch Punkte, bei denen sich Herr Streibl und seine Partei für dieselben Anliegen wie die Schülerinnen einsetzen: Der Klimaschutz sollte in der Verfassung verankert werden; der öffentliche Nahverkehr muss verbessert und der Bau einer dritten Startbahn am Münchner Flughafen verhindert werden. Auch die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre befürwortet der Abgeordnete, schilderte zugleich aber die Hürden bei der dafür erforderlichen Verfassungsänderung.

 

Ausdrücklich lobte Herr Streibl die Schülerinnen dafür, dass sie in ihrem Manifest nicht nur Forderungen formulieren, sondern auch konkrete Maßnahmen benennen, wie jeder einzelne und wir als Schulgemeinschaft zum Klimaschutz beitragen können. Er hob die Idee einer Baumpflanzaktion hervor: „Wenn jede Schülerin und jeder Schüler im Freistaat einen Baum pflanzt, dann sind das 1,8 Millionen Bäume – das wäre ein riesiger Beitrag zum Klimaschutz.“

(Höcherl)

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