Jagdschloss der Luxemburger

Jahrzehntelang diente Schloss Hohenburg als Jagdschloss und Sommerresidenz der Großherzöge von Luxemburg. Herzog Adolph von Nassau hatte den prächtigen Barockbau 1870 erworben. Nachdem er 1890 Großherzog von Luxemburg geworden war, entstand im Isarwinkel eine Art „Luxemburger Alpenherzogtum“. Der Großherzog ging hier im Sommer auf die Jagd und lief im Winter auf dem Schlossweiher Schlittschuh oder ließ sich in die „Handhabung der Ski“ einweihen. 

Noch bis 1939 war Hohenburg Witwensitz der bei der Bevölkerung hochgeachteten Großherzogin Maria Anna. Erst nach  Ende des Zweiten Weltkriegs verkauften die Luxemburger das Schloss an eine Maklerfirma. 1953 erwarben die Landshuter Ursulinen das Gebäude und richteten dort eine Schule ein. 

Die Ursulinen übernehmen das Schloss

Im April 1953 kamen die ersten Ursulinen von Landshut nach Hohenburg. Das altehrwürdige Schloss hatte bis dahin einige Jahre leer gestanden. Deshalb nahmen die Schwestern erst einmal einen Großputz vor und gestalteten dann die Räume zu Klassenzimmern und Schlafsälen um.

Zum Schuljahrsbeginn im September 1953 wurde der Unterrichtsbetrieb in einer Hauswirtschaftsschule und einer dreijährigen Mittelschule aufgenommen. Fünf Jahre später verlegten die Ursulinen schließlich ihr bereits bestehendes Realgymnasium von Landshut nach Lenggries. Damit beginnt die Geschichte des St.-Ursula-Gymnasiums auf Hohenburg.

Kontinuierliche Expansion

In der Anfangsphase (1958 bis 1967) stieg die Zahl der Schülerinnen rasch auf etwa 170. Bis 1988 folgte eine lange Konsolidierungsphase, in der die Schülerzahl weitgehend konstant blieb. Eine zweite Expansionsphase erlebte Hohenburg dann mit Beginn der 90er Jahre. Die Zahl der Schülerinnen hat sich bis 2008 auf 490 mehr als verdoppelt. Mit dem Wegfall der 13. Jahrgangsstufe ist die Gesamtschülerzahl dann wieder leicht gesunken.

Eine deutliche Aufwertung erfuhr das Hohenburger Gymnasium bereits 1970: Mit der Einführung des sozialwissenschaftlichen Zweiges konnten die Schülerinnen nun zwischen zwei Ausbildungsrichtungen wählen.

Rückzug der Schwestern

Bereits in den 1980er Jahren wurde das Personalproblem der Ursulinenschulen Hohenburg immer offensichtlicher: Da die Schwestern kaum noch eigenes Personal stellen konnten, musste man immer mehr „weltliche“ Lehrkräfte anstellen. Die Bezahlung dieser Lehrkräfte konnte das Kloster bald nicht mehr gewährleisten.

Um den Fortbestand der Hohenburger Schulen zu sichern, übernahm das Erzbistum München und Freising  die Trägerschaft. Seit 1990 ist das St.-Ursula-Gymnasium damit nicht mehr klostereigen, sondern diözesan.

Anfangs war der Unterschied kaum zu merken, da die Ursulinen die Schule weiterhin an verantwortlicher Stelle führten. Rund zehn Jahre später nahm aber auch die umliegende Bevölkerung wahr, dass sich die Verhältnisse geändert hatten: Im Frühjahr 2003 zogen sich die letzten Schwestern aus Hohenburg in das Mutterkloster St. Josef in Landshut zurück. Eine 50-jährige Epoche ging zu Ende. 

Umbau und Neuorientierung

Umbau und Neuorientierung - das sind die beiden Begriffe, unter denen unsere Schule in den vergangenen Jahren vorrangig stand. Vor allem musste zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Umstellung von einer Schwesternschule zu einem Gymnasium in kirchlicher Trägerschaft bewältigt werden.

Sichtbarster Ausdruck dieser Herausforderung war ein Wechsel in der Schulleitung: Dr. Rainald Bücherl übernahm 2002 das Direktorat von Schwester Andrea Wohlfarter, die die Schule seit 1982 geführt hatte. Der allzu frühe und tragische Tod des neuen Schulleiters im Jahre 2008 machte dann einen erneuten Wechsel nötig. Zunächst führte die stellvertretende Direktorin Eva Rinberger die Schule einige Zeit kommissarisch, ehe im Juni 2009 Christoph Beck die Leitung übernahm.

Gleichzeitig galt es an anderer Stelle den Umbau im eigentlichen Sinn des Wortes voranzutreiben: Die in die Jahre gekommenen Gebäude mussten dringend renoviert werden. 2002 konnte die neue Turnhalle eingeweiht werden. 2005 folgte der Parkplatz unterhalb des Schlosses, der den Schülerinnen endlich einen autofreien Pausenhof bescherte. Und 2008 war schließlich der neue Südflügel fertig: Hier hatte die Erzdiözese München und Freising über drei Millionen Euro in neue naturwissenschaftliche Räume, Musiksäle und Klassenzimmer mit modernen Whiteboard-Tafeln investiert.