Die Patronin: Sankt Ursula

Über das Leben unserer Namenspatronin gibt es kaum gesicherte Erkenntnisse. Der Legende nach war Ursula eine Königstochter, die als junges Mädchen um ihres Glaubens und ihrer Standhaftigkeit willen den Märtyrertod starb.

Man hat vermutet, dass Ursula um 304 der Christenverfolgung des Kaisers Diokletian zum Opfer gefallen sein könnte. Die Überlieferung spricht allerdings davon, dass die Heilige im Jahr 451 zusammen mit ihren Gefährtinnen von Hunnen ermordet wurde. Ursula soll dabei vom Hunnenfürsten mit einem Pfeil getötet worden sein, nachdem sie sich geweigert hatte, seine Gattin zu werden.

Die Heilige Ursula

Gedenktag der Heiligen Ursula ist der 21. Oktober. Die Universitäten von Köln, Wien und Coimbra führen sie als Fürsprecherin. Außerdem gilt sie als Patronin der Jugend und der Lehrerinnen. Dargestellt wird die Heilige typischerweise mit einem Pfeil, einer Kreuzfahne oder einem Schiff.

Die ersten Nachweise ihrer Verehrung stammen aus dem 10. Jahrhundert. Später förderten vor allem die Benediktiner und  Zisterzienser den religiösen Kult um die Heilige Ursula, der gegen Ende des Mittelalters seinen Höhepunkt erreichte.

Eine Frau aus Norditalien benannte in dieser Zeit eine von ihr gegründete Gemeinschaft junger Mädchen nach der damals vielfach verehrten Heiligen. Der Name dieser Frau: Angela Merici.

Die Gründerin: Angela Merici

Angela Merici wurde um 1474 in Desenzano am Gardasee geboren. Sie verlor früh ihre Eltern, trat als Mädchen dem Dritten Orden des Heiligen Franziskus bei und bewirtschaftete als junge Frau das elterliche Gut. Dabei lebte Angela anspruchslos und zurückgezogen ein religiös geprägtes Leben.

Darstellung der Hl. Angela in einem Kirchenfenster

1517 siedelte Angela nach Brescia um, gewann an Ansehen und wurde Beraterin und geistliche Begleiterin für viele Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung. Ab 1532 traf sie sich regelmäßig zu Gebet und Gedankenaustausch mit einer Gruppe junger Mädchen und Frauen.

Am 25. November 1535 gründete sie mit diesen Frauen eine Gemeinschaft, die sie in Verehrung der Heiligen Ursula  „Gesellschaft der Heiligen Ursula“ nannte. Deren Mitglieder lebten weiterhin in ihren Familien, verpflichteten sich aber zu einem religiösen Leben. Aus dieser Gründung entwickelte sich schließlich der Ursulinenorden, der erste Schulorden für Mädchen.

Von Angela Merici sind insgesamt drei Schriften überliefert, die uns Einblick in Ihr Denken und ihre Spiritualität geben können: die Regel für den von ihr gegründeten Orden, ein Text mit Gedenkworten ("Arricordi") und ihr Testament "Legati".